Archiv für den Monat: Juli 2014

Manipulation von Heizkostenverteiler

Einige Heizkostenverteiler werden – um eine Manipulation zu verhindern – mit Heizungsplomben gesichert. Bei den Heizungsplomben handelt es sich um Steckplomben, die bei Öffnung des Heizkostenverteilers zerbrechen/zerstört werden. Steckverschlüsse wie diese sind ohne erhöhten Kraftaufwand ohne Werkzeuge zu Verschließen und zu Öffnen. Am Körper der Heizungsplomben sind mehrere – in der Regel zwei – Spannfüße angebracht, die im Heizungsverteiler fest arretiert sind. Sobald der Verteiler geöffnet wird brechen die Spannfüße der Plomben ab. Die Plomben sind somit nicht wiederverwendbar, sondern müssen bei der Neuverplombung der Verteiler ersetzt werden.
Heizungsplomben sind nicht grundsätzlich mit einer fortlaufenden Nummerierung versehen, welche bei der Montage oder Wartung/Neuerung vermerkt werden könnte. Oftmals ist nur ein Firmenloge zur Identifikation aufgebracht.

Die Bergdorfer Zeitung berichtete im Juni 2013 von einem Fall, in dem eine zweifache Mutter die Heizungsplomben mit einer Zange knackte um wiederrechtlich an Wärme zu gelangen. Die Folge war eine Strafanzeige wegen besonders schwerem Diebstahl. Da es sich um eine Wiederholungstat handelte wurde die Frau zu einer Freiheitsstrafe von fünf Monaten auf Bewährung verurteilt.

Immer wieder werden in Internetauktionshäusern Heizungsplomben für Heizkostenverteiler versteigert. Ähnliche Angebote kann man auch in Form von Kaufanzeigen im Internet finden. Der Verkauf der Plomben ist in der Regel – laut Verkaufsannoncen –an Sammler gerichtet. In den Angeboten wird teilweise darauf hingewiesen, dass die Manipulation an Heizkostenverteilern strafrechtliche Folgen nach sich ziehen können.

Die neue Standardisierung der ISO/PAS 17712:2013 (E)

Jeder Überseecontainer, der verschifft werden soll, muss mit einer Hochsicherheitsplombe (High-Security-Seal) gesichert werden. Wie die High-Security-Seals beschaffen sein müssen und welche Anforderungen sie erfüllen müssen, wird seit über 10 Jahren in der der ISO 17712 (International Standard of Organisation) vorgeschrieben.

Die aktuelle ISO/PAS 17712:2013 trat bereits am 15. Mai 2014 in Kraft und ersetzt und erweitert die Anforderung der Fassung von 2010 und somit auch die Anforderungen der ‘Customs-Trade Partnership Against Terrorism‘ der ‘U.S. Customs an Border Protection‘.

Bisher handelte es sich bei den Anforderungen an die Plomben eher um technische Standards, wie zum Beispiel der Belastbarkeit der einzelnen Komponenten. Die Einhaltung dieser Anforderungen wird anhand physikalischer/mechanischer Überprüfungen ermittelt. Diese mechanischen Tests (Traktionstest, Schnitttest, Beladungstest und Aufschlagtest) und die jeweiligen Zertifizierungen nahm ein ISO/PAS 17025 anerkanntes Testlabor vor.

Neben diesen mechanischen Überprüfungen der Produkte kamen später noch zusätzliche Anforderungen an die Manipulationssicherheit der Plomben und eine ISO-Zertifizierung der Hersteller hinzu.

Im vergangenen Jahr wurde die ‘Clause 6‘ als weitere Neuerung in die ISO 17712:2013(E) mit aufgenommen. Hierbei handelt es sich um die verantwortungsvolle und manipulationsverhindernde Entwicklung und Herstellung der Plomben. Der Hersteller muss nun Nachweise erbringen, die belegen, wie die unterschiedlichsten Plombeneigenschaften die gängigen Manipulationsmethoden an den Plomben verhindern können, diese sichtbar machen, oder aber die Plombe zerstören.

Die folgenden Nachweise werden somit benötigt, um eine ISO 17712:2013(E)-konforme Verplombung mit einer High-Security-Seal zu belegen:

  • ISO 9001 Zertifikat des Herstellers
  • ISO 17712:2013(E) (inkl. Annex A) Zertifikat des Herstellers
  • ISO 17712:2010(E) oder ISO 17712:2013(E) Zertifikat des Produktes
  • ISO 17712:2013 Clause 6 „Compliance Letter“